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Das Stück nimmt die Lebenswelten der Jüngsten ernst, es versieht es nicht mit einem Erklärbären oder stülpt ihm eine Moral über. Weil es das tut, regt das Gezeigte die Zuschauer an, den Ist-Zustand bewusst wahrzunehmen. Und ihn dann zu hinterfragen.

(Der Tagesspiegel, 22.1.2012)

 

An Zuschauer ab acht Jahren richtet sich das Einfühlungsspiel, das von beiden Schauspielerinnen mit einer einnehmenden Mischung aus Warmherzigkeit und trockenem Witz umgesetzt wird – zugleich dürfte es aber in seiner nachdenklichen Nostalgie auch älteres Publikum in seinen Bann ziehen. Denn tatsächlich gelingt es, das Vertrauteste auf den Prüfstand zu stellen und Gedanken anzuregen über das Umfeld, das man für sich selbstverständlich hält. Über die Rituale, die genauso in Fleisch und Blut über gehen wie die Rollen, die einzelne Familienmitglieder im zeitgenössischen Patchwork spielen. (…) Dabei bleibt die Form immer spielerisch, keine Geschichten werden erzählt, sondern Erkenntnisse gesammelt. Und weil hier alles so offen ist, bekommt das Publikum am Ende eine wunderbar zusammen gestellte Mappe überreicht, die es selbst ausfüllen kann und mit der es sich fragen kann, was ein Zuhause zum Zuhause macht.

(Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 12.12.2010)

 

 

HAUS AN HAUS

untersucht das Zuhause-Gefühl für Kinder und Erwachsene ab acht Jahren.

Theaterhaus Hildesheim, Dezember 2010

Eingeladen zum Spurensuche Festival 2012

Was brauchst du, um dich zuhause zu fühlen? Den Geruch der Creme deines Vaters? Die Geräusche eures Hauses in der Nacht? Oder die richtige Mischung aus Chaos und Ordnung in deinem Zimmer?
 Alle kennen das Bild vom Häuschen mit rotem Spitzdach, dem qualmenden Schornstein darauf und einem Baum daneben. Unsere persönliche Deutung von Zuhause aber ist individuell verschieden und beschränkt sich nicht nur auf vier Wände und eine Tür. Es gibt viele Arten und Möglichkeiten, an einem Ort oder bei bestimmten Menschen zuhause zu sein. 
Das Theaterstück HAUS AN HAUS baut diese Möglichkeiten von Zuhause nach, reißt sie wieder ein und setzt sie zusammen mit dem Publikum neu zusammen. 
Vor und während des Produktionsprozesses haben die Künstlerinnen mit Kindern aus Hildesheim gearbeitet. Immer ging es um die Frage, was das eigene Zuhause ausmacht. Die gesammelten Beschreibungen von Gegenständen, Ritualen, Geräuschkulissen und Aussichten sind Teil der Bühnenperformance geworden. Da wird Weihnachten gefeiert, sich gestritten und Pfannkuchen gebacken. Ganz wie Zuhause.
So erfährt das Publikum, dass das Zuhause aus gemachten Momenten besteht, die man selbst gestalten kann. Mit Ende der Vorstellung bekommt jedes Kind eine Materialmappe zum Forschungsgegenstand Zuhause überreicht, die es zu eben jenem Ort mitnimmt. Nach dem Theaterbesuch kann es dann die Mappe mit seinen Bildern, Texten und Recherchen füllen und so seine ganz eigene Vision vom Zuhause kreieren.

Mit: Lisa Vera Schwabe und Sabine Stein, Regie: Franziska Seeberg, Raum und Gestaltung: Greta Hoheisel, Text: Julia Weingart, Musik: Jannis Kaffka, Kostüme: Soo Eun Lee, Dramaturgie und Produktionsleitung: Elisa Priester

Eine Produktion von THEATER KORMORAN in Kooperation mit dem Theaterhaus Hildesheim. Gefördert durch Mittel der Stiftung Niedersachsen, der Tui Stiftung, der Klosterkammer Hannover, der Friedrich Weinhagen Stiftung, des Landschaftsverband Hildesheim e.V. und der Stadt Hildesheim.